Warum bekommst Du deinen Arsch nicht hoch?

Aus gegebenem Anlass beschäftigt mich heute die Frage nach der Motivation etwas für sich und seinen Körper zu tun.

Kurzer Rückblick:
Gestern war die Geburtstagsfeier meine Mum. Sie wurde 55. Für ihr Alter ist sie wirklich noch fit. Sie ernährt sich „bewusst“ – soll heißen sie ist wenig und kein Junkfood – treibt regelmäßig „Sport“ – soll heißen  sie fährt gerne mit dem Radl – und hat ihren Zigarettenkonsum stark eingeschränkt. Anstatt 2 Zigaretten am Tag zu rauchen könnte sie auch ganz aufhören aber dafür fehlt ihr der innere Antrieb, sprich die Motivation. Womit wir also schon wieder beim Thema währen.

Aber um meine Mum soll es hier nicht gehen, sondern vielmehr um das was einer der weiblichen Gäste zu mir gesagt hat. Wir haben uns über die körperlichen Gebrechen des Älterwerdens unterhalten. Der Grund dafür war, dass ein Gast schwerwiegende Bandscheibenprobleme mit Taubheitsgefühlen entwickelt hatte. Auf meine Frage ob er nicht mit gezieltem Training etwas entgegen wirken könne, meinte dieser, das würde wohl schon etwas bringen. Zumindest in der Vergangenheit hätte es ihm wohl geholfen. Nun fehle ihm aber die Zeit und die Energie um sich in einem Fitnessstudio anzumelden. Ausserdem seien die Preise im Fitnessstudio so horrend, dass es schon gleich zweimal keinen Spaß machen würde.
Daraufhin schaltete sich der weibliche Gast in die Unterhaltung mit ein. Sie erklärte mir, dass es in einem gewissen Alter eben nicht mehr möglich sei sich sportlich zu betätigen, weil das Energieniveau einfach grundsätzlich schon mal niedriger wäre als bei einem 30 jährigen und so weiter. Ausserdem wisse sie garnicht wo man den anfangen sollte. Für die Augen solle man was tun, für den Rücken, für dies und jenes und bis man schaut kämen täglich ein bis zwei Stunde zusammen und die Zeit hat doch ganz ehrlich niemand.

Ich habe mich höflich zurückgehalten und meine Meinung nicht stärker vertreten, denn ich wollte nicht den Moralapostel spielen.

Ich persönlich frage mich in solchen Momenten aber immer: Warum ist die Aussicht auf körperliche Besserung nicht schon genug Motivation um wenigstens das Allernötigste in die Tagesroutine mit aufzunehmen? Wie kann sich ein erwachsener Mensch allen Ernstes über körperliche Zipperlein (oder aber auch ernstere medizinische Probleme) beschweren – welche oftmals auch direkte Folge des Lebenswandels sind, also auch noch „selbstverschuldet“ – und absolut nichts dagegen unternehmen, weil angeblich die Zeit fehlt? Das will und kann ich nicht nachvollziehen. Gerade als Asthmatiker ist es für mich wichtig, die permanenten Entzündungen in der Lunge medikamentös zu behandeln und die Funktion der Lunge zu erhalten bzw. zu verbessern. Und das geht nun mal am besten durch Sport und nicht mit Schokolade und Zigaretten. Wenn ich mir die Zeit für den Sport nicht nehme, dann darf ich mich nicht darüber beschweren, dass es mit der Zeit immer lauter beim Ein- und Ausatmen pfeifft.

Vielleicht liegt es aber auch nicht nur an der Motivation per se. Unter Umständen wäre diese sogar vorhanden und wird vom Unterbewusstsein übersteuert. In Charles Duhiggs Buch „The Power of Habit“ wird eindrucksvoll beschrieben wie stark das Unterbewusstsein unser Handeln beeinflusst. Ziel ist es also den Gewohnheiten auf die Schliche zu kommen und diese so zu verändern, dass sie zu einem aktiven und gesünderen Handeln führen.

Die interne oder externe Motivation muss also demnach größer sein als der so oft zitierte „innere Schweinehund“.

Im Hinblick auf die Gründung meiner neuen Trainingsgruppe würde mich folgendes interessieren.
Wie sieht dein innerer Schweinehund aus?
Wie schaffst Du es ihn zu überwinden / überlisten bzw. warum schaffst Du es nicht?
Wer oder was motiviert Dich?

Ich würde mich über zahlreiche Beiträge als Kommentar auf diesen Artikel bzw. auch gerne per Mail (bigkahuna089@live.com) freuen.

 

So long, stay tuned!

 

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