Vatertags-Trailrun – Scheiss auf die Technik!

Bollerwagen, literweise warmes Bier, Ausnüchtern im Grünstreifen am Straßenrand. So oder so ähnlich sieht der Vatertag für viele Väter und Nicht-Väter aus. Zugegeben, ich habe diesen Tag auch schon zum Vorwand genommen um schon vor dem Mittagessen an der 2 Promille-Marke zu kratzen.
Dieses Jahr wollte ich den Tag aber anders genießen. Deshalb habe ich gestern noch mal kurz gegoogelt ob wir in unserer Region lohnenswerte Trails haben. Ich wurde nicht enttäuscht und habe haufenweise Informationen gefunden.

Entschieden habe ich mich für eine Teiletappe des ca. 200km langen Altmühltal-Panoramawegs. Die Strecke von Essing nach Kelheim mit 13 km und 350 hm sollte es sein. Das wären in Summe 26 km und 700 hm. Eine schöne Strecke für einen herrlich sonnigen Nachmittag.

Etappe 1 - Essing-Kelheim

Etappe 1 – Essing-Kelheim

Also schnell die GPS Daten auf meine Garmin Fenix 2 geladen, damit auch nix mehr schief gehen kann und ich mich nicht verlaufe 😉 Wer mich kennt, der weiß dass ich mich auch im eigenen Garten verlaufen würde…

Trink-Gürtel befüllt, 2 Energy-Gels und das Handy reingepackt. Los gehts!

In Essing angekommen erst mal einen Parkplatz gesucht… Die schöne Ausflugsidee hatten heute wohl mehrere… Kaum aus dem Auto ausgestiegen, kommt mir eine junge Gruppe mit Bollerwagen entgegen. Der Häuptling musste erstmal in den Graben kotzen bevor er in seiner neu kreierten Landessprache Anweisungen nach hinten weitergab. Ich habe mich insgeheim gefreut, dass ich mich für den Trailrun entschieden habe. Wenn ich heute kotzen würde, dann wegen Erschöpfung und ich würde mich währenddessen natürlich viel fitter und gesünder fühlen 😉

Den Track auf der Uhr geladen – Start gedrückt – Reboot… Diese Schleife 5 x durchgeführt. Dann entnervt eben ohne Uhr und Navigation einfach in den Wald gelaufen. Ich habe zur Sicherheit eine Handyapp mitlaufen lassen, damit ich mich zurücknavigieren lassen könnte. Das Handy im Gürtel verstaut und einfach immer weiter nach oben und immer tiefer in den Wald.

Am Anfang sind mir noch Wanderer entgegen gekommen, dann bin ich aber einfach rechts abgebogen, weil ich meine Ruhe haben wollte. Nach etwa einer Stunde und zahlreichen Abzweigungen bin ich am Schullerloch angetroffen. Dort schnell einen Kaffee getrunken und die Wasserflaschen aufgefüllt. Orientiert habe ich mich auf meinem Weg zurück an den Schildern des Panoramawegs. Ich habe mich nicht verlaufen und habs auch überlebt. Weiterer netter Nebeneffekt, ich fühlte mich nicht gehetzt weil mir meine Uhr keine Pace angezeigt hat, die mich daran erinnert, dass ich ein wenig schneller laufen könnte – müsste…

Bei den steilen Anstiegen habe ich auch die Informationen meines Brustgurtes nicht vermisst. Denn dass mir die Pumpe bis zum Hals geschlagen hat, das habe ich auch so gemerkt. Ich bin auch ohne Kopfhörer gelaufen, so dass ich wirklich überhaupt keine Ablenkung durch irgendeinen elektrischen Schnick-Schnack hatte und mich so voll aufs Laufen und die schöne Natur konzentrieren konnte. Als alter ADHS-Läufer musste ich mich erstmal dran gewöhnen, durfte aber feststellen, dass es so oldschoolig viel mehr Spaß macht, weil es weniger Training als Vergnügen war.

Da hab ich mir gedacht, scheiss auf die Technik. Zumindest teilweise, im Training wird die Uhr und die Musik weiterhin gebraucht. Für ausgedehnte Trails und schöne Waldläufe lasse ich den Kram in Zukunft zu Hause bzw. nutze die Uhr nur als Notfallversicherung.
P.S.: Ich könnte mir die aufgezeichneten Daten von Runtastic natürlich nachträglich anschauen, das mache ich aber heute bewusst nicht. Ich will mir mein schönes Lauferlebnis ja nicht von trockenen Zahlen versauen lassen. Hier noch ein paar Eindrücke

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.